Aktuelles


14.03.2016

Verdienstgefälle zwischen Frauen und Männern in der EU bleibt hoch

Der Unterschied zwischen den Gehältern von Frauen und Männern ist weiterhin beträchtlich: Im Jahr 2014 betrug das Verdienstgefälle in der Europäischen Union 16,1 Prozent. Außerdem arbeiten deutlich mehr Frauen in Teilzeit als Männer – darunter vor allem Mütter. Diese Daten veröffentlichte Eurostat, das statistische Amt der EU, anlässlich des Weltfrauentags am 8. März.

Am Verdienstgefälle lässt sich ablesen, wie weit der Bruttoverdienst pro Stunde bei männlichen und weiblichen Arbeitnehmern auseinander liegt. Ausgehend vom durchschnittlichen Bruttoverdienst pro Stunde der männlichen Beschäftigten gibt diese Zahl an, um wieviel Prozent der Verdienst von Frauen niedriger ist. Für die EU bedeutet ein Verdienstgefälle von 16,1 Prozent: Verdiente ein Mann im Jahr 2014 beispielsweise einen Euro pro Stunde, so verdiente eine Frau durchschnittlich nur 84 Cent pro Stunde.

Das Verdienstgefälle unterscheidet sich innerhalb der EU-Mitgliedstaaten erheblich: In Slowenien und Malta lag es unter 5 Prozent. In Estland, Österreich, Tschechien, Deutschland und der Slowakei erreichte es über 20 Prozent. Insgesamt ist es in Estland mit 28,3 Prozent am höchsten und in Slowenien mit 2,9 Prozent am niedrigsten.

Auch die Art der Arbeitsverträge unterscheidet sich oftmals bei weiblichen und männlichen Arbeitnehmern. Im Jahr 2014 arbeitete in der EU jede fünfte Frau (20,0 Prozent) in der Gruppe der 25- bis 49-Jährigen ohne Kinder in Teilzeit, aber nur jeder zwölfte Mann (8,2 Prozent). Die Unterschiede werden mit steigender Kinderzahl noch deutlich größer: In einer Familie mit mindestens drei Kindern arbeitet fast die Hälfte der Frauen (45,1 Prozent) in Teilzeit, aber nur 7,0 Prozent der Männer. Es schränken also im EU-Durchschnitt deutlich mehr Frauen ihre Erwerbstätigkeit ein als Männer, um mehr Zeit für ihre Familie zu haben. Die Zahlen in den einzelnen EU-Staaten zeigen jedoch deutliche länderspezifische Unterschiede: In den Niederlanden haben sogar 75,2 Prozent der weiblichen Beschäftigten einen Teilzeitjob, in Bulgarien hingegen nur 2,7 Prozent.

Umfangreiche Datensammlungen von Eurostat zum Thema „Gleichstellung“ finden Sie hier.

Eine Eurostat-Datensammlung anlässlich des Weltfrauentags 2016 finden Sie hier auf Englisch.

In der Datenbank „Sozialkompass Europa“ können Sie sich unter www.sozialkompass.eu unter der Rubrik „Familie“ über die Familienleistungen in den einzelnen EU-Staaten informieren und diese miteinander vergleichen.

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