Aktuelles


19.05.2016

Schutz vor krebserregenden Stoffen am Arbeitsplatz soll verbessert werden

Die EU-Kommission hat Änderungen an der Richtlinie über Karzinogene und Mutagene vorgeschlagen. Damit sollen Arbeitnehmer künftig besser vor 13 krebserregenden Stoffen geschützt werden. Rund 20 Millionen Beschäftigte in der EU sind bei der Arbeit mindestens einem dieser Stoffe ausgesetzt.

Die Richtlinie 2004/37/EG soll um 13 neue oder geänderte Grenzwerte erweitert werden, um den Schutz vor Krebs zu verbessern. Die Maßnahmen in der Richtlinie sollen die Exposition gegenüber krebserzeugenden Arbeitsstoffen verringern oder verhindern. Die festgelegten Grenzwerte bestimmen, wie hoch die Konzentration der krebserregenden Stoffe in der Luft am Arbeitsplatz sein darf. Sie beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie auf Gesprächen mit Wissenschaftlern, Arbeitsaufsichtsbeamten, Vertretern der EU-Staaten sowie den Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Ein Beispiel für einen Stoff, der ein hohes Krebsrisiko darstellt, ist Quarzfeinstaub. Dieser gerät beispielsweise beim Bergbau und beim Zerkleinern oder Mahlen von bestimmten Materialien wie Beton, Ziegeln und Gestein in die Luft. Feinstaub kann die Lungenkrankheit Silikose und Lungenkrebs auslösen. Daher soll ein niedriger Grenzwert die Arbeitnehmer in Zukunft vor den Auswirkungen dieses Stoffs schützen.

Die neuen Grenzwerte sollen in der gesamten EU dafür sorgen, dass künftig weniger Menschen aufgrund ihrer Arbeit an Krebs erkranken. Mit einem Anteil von 53 Prozent an den arbeitsbedingten Todesursachen in der EU ist Krebs ein hohes Gesundheitsrisiko.

Zum Schutz der Arbeitnehmer wurde 2004 die EU-Richtlinie über Karzinogene und Mutagene (KM-Richtlinie) verabschiedet. Um die Grenzwerte für Karzinogene in der Richtlinie zu ermitteln, wurden mehr als 20 Stoffe wirtschaftlich und wissenschaftlich untersucht. Für 13 Substanzen sollen nun Grenzwerte eingeführt werden. Die restlichen sieben Stoffe müssen noch weiter untersucht werden. Hierzu soll bis Ende 2016 ein Vorschlag vorgelegt werden.

Die vollständige KM-Richtlinie in deutscher Sprache finden Sie hier.

Ergänzende Informationen zu den Untersuchungen der krebsauslösenden Stoffe können Sie hier in englischer Sprache lesen.

Informationen zu den Leistungen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten in allen EU-Staaten bieten Ihnen die Datenbank „Sozialkompass Europa“.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales informiert hier ausführlich über das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz.

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