Aktuelles


22.05.2015

Niederlande und Malta starten neue Arbeitsmarktinitiativen für Erwerbsgeminderte und Schüler

Die Niederlande wollen die Aktivierungsmaßnahmen der Gemeinden für Erwerbsgeminderte durch mehr Professionalität der Mitarbeiter verbessern. Malta hat im Januar ein neues Programm gestartet, das Schülern den Einstieg in den Arbeitsmarkt durch Berufserfahrung erleichtern soll.

Seit Januar 2015 ist in den Niederlanden das neue Teilhabegesetz in Kraft. Es ersetzt das Sozialassistenzgesetz (WWB), das Gesetz über geschützte Beschäftigung (Wsw) und einen Teil des Invaliditätsversicherungsgesetzes für junge Menschen mit Behinderungen (Wajong). Das Gesetz will die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft erreichen. Dies beinhaltet auch die Aufnahme einer Beschäftigung. Im Zuge dessen sind nun die Gemeinden für die Arbeitsmarktaktivierung von Erwerbsgeminderten zuständig. Bisher sind sogenannte Client Manager („Kundenmanager“) für die Aktivierung verantwortlich. Die Gemeinden benötigen aber nun spezialisierte Mitarbeiter, die sich auf diesem Gebiet gut auskennen sowie effektiv und effizient arbeiten. Dafür muss der neue Beruf „Labour Market Activation Expert“ („Experte für Arbeitsmarktaktivierung“) geschaffen werden.

Der niederländische Verband „Divosa“ für Manager auf Gemeindeebene, die sich mit den Bereichen Arbeit, Teilhabe, Einkommen, Sozialhilfe und Inklusion auseinandersetzen, hat 2014 und 2015 eine digitale Infomappe (E-Portfolio) sowie ein eigenes Handbuch zum Thema herausgegeben. Diese Materialien sollen die Kundenmanager dabei unterstützen, professionell zu arbeiten: Sie können mit damit feststellen, über welche fachliche Qualifikation sie verfügen und auf welchen Gebieten sie sich noch weiterbilden müssen. So können die Manager und ihre Teams den neuen Aufgaben und Ansprüchen eines „Experten für Arbeitsmarktaktivierung“ besser gerecht werden. In Zukunft soll es ein einheitliches Training für alle Kundenmanager geben. Ein niederländischer Standard dafür wurde bereits 2013 entwickelt.

Eine neue Initiative für Schüler hat Malta bereits im Januar 2015 gestartet. „Education+“ („Bildung+“) soll Schüler an die praktischen Fähigkeiten heranführen, die sie für die Aufnahme einer Arbeit benötigen. Sie sollen bereits Berufserfahrung sammeln, bevor sie die Schule verlassen. Das Programm will Kreativität, Kritikfähigkeit, Unternehmertum und Innovation fördern. Partnerschaften mit Industrie und Dienstleistungssektor sollen dabei helfen. Auch die Lehrer können durch das Programm die neuen Anforderungen von Wirtschaft und Beruf kennenlernen.

Bisher haben Schüler in Malta bereits Erfahrungen in Rundfunk, Armee, Behörden und Unternehmen gesammelt. In Zukunft soll regelmäßig überprüft werden, wie sich die neue Maßnahme bewährt.

Links zum Thema:

Informationen über das niederländische Modell und den Verband für Gemeinde-Manager „Divosa“ finden Sie hier

Informationen über die Schülerinitiative in Malta und die Partner von „Education+“ finden Sie hier

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