Aktuelles


27.05.2016

Neue Richtlinie soll Barrierefreiheit öffentlicher Angebote im Internet garantieren

EU-weite Regelungen sollen in Zukunft die Barrierefreiheit von Internetseiten und Apps öffentlicher Stellen verbessern. Blinde und gehörlose Menschen sowie Menschen mit Hör- und Sehschwierigkeiten sollen so leichter auf diese Angebote und Informationen zugreifen können.

Da das Internet immer stärker als Medium für Informationen und Dienstleistungen genutzt wird, sollen alle EU-Bürger einen Zugang dazu haben – auch die rund 80 Millionen Menschen mit Behinderungen. Damit die Inklusion auch verstärkt in die digitale Welt Einzug hält, hat die EU-Kommission nun den Text für eine Richtlinie vorgelegt, die für mehr Barrierefreiheit im Internet sorgen soll.

Die Richtlinie soll Internetseiten und Apps von öffentlichen Stellen wie Verwaltungen, Gerichten, Polizeistellen, Krankenhäusern, Universitäten und Bibliotheken barrierefrei zugänglich machen. Dies soll beispielsweise dadurch geschehen, dass das Durchblättern der Websites ohne Maus möglich ist. Des Weiteren sollen Bilder für Screenreader mit einem beschreibenden Alternativtext versehen werden. Die EU-Staaten müssen außerdem regelmäßig prüfen und berichten, ob die öffentlichen Stellen die Standards einhalten. Die Berichte müssen der EU-Kommission von den Staaten vorgelegt und öffentlich zugänglich gemacht werden. Ausnahmen werden beispielsweise für Rundfunkanstalten und Echtzeitübertragungen gelten.

Der Text der Richtlinie muss noch förmlich vom Europäischen Parlament und Rat gebilligt werden. Wenn dies erfolgt ist, wird er im Amtsblatt veröffentlicht und tritt offiziell in Kraft. Die Mitgliedstaaten haben dann 21 Monate Zeit, den Rechtsakt in nationales Recht umzusetzen.

Dass Informationen für alle Menschen zugänglich sein müssen, ist in Artikel 9 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen geregelt. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen gewährleisten, dass ein barrierefreier Zugang zu Informationen, auch im Internet, möglich ist. Auf der Grundlage des Übereinkommens baut die Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010-2020 auf, die Maßnahmen zur Inklusion in mehreren Schwerpunktbereichen vorsieht. Die EU-Kommission hat außerdem im Leitfaden für Informationsanbieter hohe Standards für die Online-Barrierefreiheit festgelegt. Mit der neuen Richtlinie und der im Dezember vorgeschlagenen Richtlinie für barrierefreie grenzüberschreitende Angebote (wir berichteten) soll die Inklusion durch eine verbesserte Barrierefreiheit nun noch stärker vorangetrieben werden.

Informationen über das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen erhalten Sie hier.

Einen Überblick zur Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010-2020 erhalten Sie hier.

Den Leitfaden für Informationsanbieter finden Sie hier in englischer Sprache.

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