Aktuelles


16.04.2014

Neue Richtlinie: EU-Bürger bekommen Recht auf ein Basis-Girokonto

Alle EU-Bürger haben künftig das Recht, ein Girokonto zu eröffnen. Das Europäische Parlament hat eine entsprechende Richtlinie mit großer Mehrheit beschlossen.

Das neue „Basis-Girokonto“ ermöglicht allen Menschen, die legal in der EU leben, Geld einzuzahlen, abzuheben und Überweisungen innerhalb der EU zu tätigen – auch wenn sie keinen festen Wohnsitz haben. Insbesondere Migranten und Wanderarbeitnehmer, die bislang vom Zugang zu einem Girokonto ausgeschlossen wurden, können davon profitieren.

Das Europäische Parlament verspricht sich von der Richtlinie, dass sie Diskriminierungen von benachteiligten Bevölkerungsgruppen beseitigen hilft. „Mit der Annahme des Gesetzes ist allen Bürgern die vollständige Teilnahme am wirtschaftlichen und sozialen Leben einer modernen Gesellschaft möglich“, sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Jeder könne dann einfach sein Gehalt überwiesen bekommen oder seine Stromrechnung bezahlen.

Die EU-Mitgliedstaaten müssen künftig dafür sorgen, dass die neuen Basis-Girokonten nicht von reinen Internet-Banken angeboten werden. Ob das Basis-Konto auch die Möglichkeit zum Überziehen bieten soll, entscheidet jedes EU-Land selbst.

Die Banken werden außerdem zu mehr Transparenz gegenüber ihren Kunden verpflichtet. Unter anderem soll sichergestellt werden, dass sie über Kontogebühren und Zinsen informieren oder einen Kontowechsel-Service anbieten, falls Kunden ihre Bank innerhalb der EU wechseln wollen.

Die neue Richtlinie muss noch von den EU-Mitgliedstaaten verabschiedet werden. In den nächsten zwei Jahren muss sie dann in nationales Recht umgesetzt werden.

Weitere Infos finden Sie hier:
- Einzelheiten zum Richtlinien-Vorschlag
- Zahlen und Fakten (auf Englisch)

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