Aktuelles


11.11.2015

Junge Menschen leiden besonders unter EU-Wirtschaftskrise

Innerhalb der Europäischen Union (EU) gibt es bei der sozialen Gerechtigkeit nach einer neuen Studie weiterhin große Unterschiede. So werde die Kluft zwischen Alt und Jung immer größer, heißt es im diesjährigen Social Justice Index der Bertelsmann Stiftung. Auch die soziale Spaltung zwischen Nord und Süd sei nach wie vor groß.

In dem Index ist die Entwicklung der sozialen Gerechtigkeit in den 28 EU-Mitgliedstaaten dargestellt. Dabei werden die Bereiche Armutsvermeidung, Bildung, Arbeitsmarktzugang, soziale Kohäsion und Nicht-Diskriminierung, Gesundheit sowie Generationengerechtigkeit untersucht. Deutschland liegt dieses Jahr auf Rang 7 in der EU.

Laut der Studie sind rund 26 Millionen junge Menschen in der EU von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das entspricht 27,9 Prozent aller unter 18-jährigen. Problematisch sei die Lage insbesondere in Südeuropa: Allein in Spanien, Griechenland, Portugal und Italien seien 7,6 Millionen Kinder und Jugendliche betroffen. Dies seien junge Menschen, die in Haushalten mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens leben, unter schweren materiellen Entbehrungen leiden oder in quasi erwerbslosen Haushalten aufwachsen.

Die Entwicklung in Deutschland dagegen war nach der Studie in den vergangen Jahren überwiegend positiv. Die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Deutschland sei einer der Gründe für die gute Platzierung. Im EU-Vergleich hat Deutschland mit 73,8 Prozent die zweithöchste Beschäftigungsquote. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit derzeit 7,7 Prozent die niedrigste in der EU.

Aus der Studie geht aber auch hervor, dass rund 40 Prozent aller Arbeitnehmer in der Bundesrepublik in sogenannten atypischen Beschäftigungsformen tätig sind: Menschen, die etwa in Teilzeit, Leiharbeit oder nur befristet beziehungsweise geringfügig beschäftigt sind. Auch der Anteil derjenigen, die trotz einer Vollzeitstelle von Armut bedroht sind, stieg im Zeitraum von 2009 bis 2013 von 5,1 Prozent auf 6,3 Prozent.

Untersucht wurde auch die Generationengerechtigkeit. Dabei hat sich Deutschland im Vergleich zur Vorjahresuntersuchung von Rang 10 auf Rang 15 verschlechtert. Die Studie geht unter anderem davon aus, dass die aktuellen Rentenreformen in Deutschland die jüngeren Generationen spürbar belasten. Insgesamt seien die Einkommen der jungen Bevölkerung europaweit stärker geschrumpft als Renten und Altersbezüge.

Die vollständige Studie können Sie hier lesen.

Informationen zur Armut- und Reichtumsentwicklung in Deutschland finden Sie hier.

Den Bericht selbst finden Sie hier.

Kostenlose Schulmaterialien zum Thema finden Sie hier.

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