Aktuelles


14.04.2015

Investitionen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zahlen sich aus

Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Subventionen für Arbeitsplätze und ähnliche Beschäftigungsmaßnahmen in der EU tragen Früchte. Zu diesem positiven Schluss kommt das Komitee für Arbeit und Soziales des Europäischen Parlaments in einer neuen Studie.

Die Studie mit dem Titel „Resonable Accommodation and Sheltered Workshops for People with Disabilities: Costs and Returns of Investment“ – deutsch: „Angemessene Unterbringung und geschützte Werkstätten für Menschen mit Behinderungen: Kosten und Nutzen von Investitionen“ – gibt einen Überblick über die politischen Maßnahmen, die zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen ermutigen und diese unterstützen sollen. Außerdem wägt die Studie deren Kosten und Nutzen ab.

Geschützte Werkstätten seien zwar sehr kostenintensiv, aber die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen in der EU werde durch sie gefördert, stellt der Bericht fest. Der immaterielle Wert dieser Einrichtungen sei somit doch. Das Komitee kommt daher zu dem Schluss, dass geschützte Werkstätten trotz mangelnder Kosteneffizienz unentbehrlich sind. Als zweites Modell nennt der Bericht des EU-Parlaments die Übergangs-Werkstätten. Seit der Wirtschaftskrise bemühten sich immer mehr Übergangs-Werkstätten darum, ihre Mitarbeiter in den offenen Arbeitsmarkt zu vermitteln. Dadurch könnten diese Werkstätten die Kosteneffizienz erreichen. Den Übergang schafften allerdings nur 3 Prozent der Mitarbeiter.

Die Unterbringung von Menschen mit Behinderungen an einem Arbeitsplatz ist gesetzlich geregelt. Alle EU-Mitgliedstaaten fördern die Anpassung von Arbeitsplätzen finanziell. Das Komitee sieht in diesen Investitionen einen positiven Effekt, da die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter steige und die Abwesenheit vom Arbeitsplatz sinke.

Quoten für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen wirkten sich positiv aus. Allerdings geschieht dies auch durch die Zahlungen, die Arbeitgeber leisten müssen, wenn sie die Quote nicht erfüllen. Das Komitee schlägt vor, dieses Geld direkt für Beschäftigungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen zu verwenden. Antidiskriminierungsgesetze hätten ebenfalls einen positiven Effekt auf die Erwerbstätigenquote von Menschen mit Behinderungen in der Europäischen Union.

Generell konnte das Komitee in seiner Studie feststellen, dass sich die Investitionen in die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auszahlen. Für genauere Kosten-Nutzen-Abschätzungen empfiehlt das Komitee dem EU-Parlament aber unter anderem, künftig EU-weit vergleichbare Maßnahmen anzuwenden. Auch sollten Definitionen für geschützte Werkstätten und angemessene Unterbringung erstellt werden. Systeme zur Überwachung aus Auswertung der Maßnahmen könnten ebenfalls dabei helfen, bessere politische Entscheidungen treffen zu können. Des Weiteren empfiehlt das Komitee, vom „medizinischen Modell“ der Behinderung zum „sozialen Modell“ zu wechseln. Dieses besagt, dass nicht ein Mensch behindert ist, sondern dass er von seiner Umgebung behindert wird.

Die gesamte Studie können sie hier in englischer Sprache lesen.

Detaillierte Informationen zu geschützten Werkstätten, Subventionen für Arbeitgeber und weitere Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen in allen 28 EU-Staaten erhalten Sie in der online-Datenbank Sozialkompass Europa in der Rubrik „Behinderung“.

Informationen in Leichter Sprache für Menschen mit Behinderungen finden Sie hier.

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