Sozialkompass Europa Soziale Sicherheit in Europa im Vergleich

Aktuelles

26.11.2017

Gute Noten für deutsches Gesundheitssystem

Der Gesundheitszustand der deutschen Bevölkerung hat sich seit dem Jahr 2000 verbessert. Das geht aus einer neuen Untersuchung der EU-Kommission hervor. Jedoch seien Risikofaktoren wie Rauchen, falsche Ernährung oder mangelnde Bewegung weiter problematisch.

In insgesamt 28 Länderprofilen und einem Begleitbericht werden die Gesundheitssysteme der EU-Mitgliedstaaten eingehend analysiert. Dem deutschen Gesundheitssystem bescheinigt die Untersuchung einen großzügigen Leistungskatalog, ein hohes Niveau an Gesundheitsleistungen und einen guten Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Allerdings sind die Ausgaben für die Gesundheit hoch: Im Jahr 2015 gab Deutschland 3.996 Euro pro Kopf für die Gesundheit aus. Dies ist der zweithöchste Betrag in der Europäischen Union und 43 Prozent mehr als der Durchschnitt von 2.797 Euro. Tatsächlich wendet Deutschland mit 11,2 Prozent einen größeren Anteil seines Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit auf als alle anderen EU-Länder. Hier liegt der EU-Durchschnitt bei 9,9 Prozent. Dabei werden 84,5 Prozent der Gesundheitsausgaben aus öffentlicher Hand finanziert, auch dies ist im EU-Vergleich der höchste Anteil. Demgegenüber betragen die privaten Zuzahlungen 12,5 Prozent und sind damit niedriger als in den meisten anderen EU-Ländern.

Als ernstes Problem für die öffentliche Gesundheit bewertet die Studie Risikofaktoren, die auf das Verhalten der Menschen im Alltag zurückzuführen sind. So rauchten im Jahr 2014 insgesamt 21 Prozent der Erwachsenen in Deutschland täglich Tabak, was in etwa dem EU-Durchschnitt entspricht. Der Raucheranteil ist bei den Deutschen aber deutlich höher als in Schweden, Finnland und Luxemburg. Der Anteil an Rauchern unter den deutschen Jugendlichen jedoch ist laut der Analyse sehr viel schneller gesunken als im EU-Durchschnitt. Als wachsendes Problem wird die zunehmende Fettleibigkeit gesehen: Bei den Erwachsenen habe diese seit 2003 um fast ein Drittel zugenommen. Im Jahr 2014 habe der Anteil der fettleibigen Erwachsenen in Deutschland leicht über dem EU-Durchschnitt gelegen.

Die länderspezifischen Gesundheitsprofile wurden in Zusammenarbeit mit der OECD und dem Europäischen Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik erstellt.

Die Gesundheitsprofile für alle 28 EU-Mitgliedstaaten (jeweils in der Landessprache und Englisch), den englischsprachigen Begleitbericht und weitere Hintergrundinformationen können Sie hier nachlesen oder herunterladen.

Direkt zum deutschen Gesundheitsprofil geht es hier.

« Zur Übersichtsseite "Aktuelles"

Vorsicht!

Sie nutzen einen alten Browser!
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser um diese Seite anzuzeigen.