Aktuelles


24.03.2016

Gesetzliche Renten in Deutschland steigen im Sommer deutlich

Zum 1. Juli 2016 werden die Renten in Westdeutschland um 4,25 Prozent und in Ostdeutschland um 5,95 Prozent steigen. Dies teilte die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, mit. Nach ihren Worten ist es die höchste Rentenanpassung seit 23 Jahren. Ab diesem Sommer liegt der aktuelle Rentenwert im Osten bei 94,1 Prozent des Westwertes. Bisher waren es 92,6 Prozent.

Grundlage der Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung in Deutschland. Nach den neuen Daten des Statistischen Bundesamts beläuft sich die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung auf 3,78 Prozent in den alten Bundesländern und auf 5,48 Prozent in den neuen Bundesländern. Möglich wird die Erhöhung durch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, das Wirtschaftswachstum und steigende Löhne.

Neben der Lohnentwicklung wirken sich auch andere Faktoren auf die Berechnung von Rentenerhöhungen aus. Dazu gehört beispielsweise der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor: Er berücksichtigt, wie sich das zahlenmäßige Verhältnis von Rentenbeziehern zu Beitragszahlern entwickelt. So führt in diesem Jahr der Nachhaltigkeitsfaktor mit rechnerisch + 0,18 Prozentpunkten zu einer Erhöhung der Rentenanpassung. Die Altersvorsorgeaufwendungen der Arbeitnehmer, also die Aufwendungen für den Aufbau ihrer Altersvorsorge, haben ebenfalls Einfluss auf die Anpassung. In diesem Jahr bewirken sie ein Plus von 0,26 Prozentpunkten.

Auf Grundlage der verschiedenen vorliegenden Daten ergibt sich damit ab Juli eine Anhebung des aktuellen Rentenwerts West von gegenwärtig 29,21 Euro auf 30,45 Euro beziehungsweise eine Anhebung des aktuellen Rentenwerts Ost von gegenwärtig 27,05 Euro auf 28,66 Euro. Auch wenn die gesetzlichen Renten angehoben werden, bleibt der Beitragssatz zur Rentenversicherung in den kommenden Jahren stabil bei 18,7 Prozent.

Der aktuelle Rentenwert gibt den Wert eines Entgeltpunkts in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung an. Der Wert ist notwendig, um die während des Arbeitslebens gesammelten Entgeltpunkte nach einer bestimmten Formel umzurechnen, so dass sich daraus die individuelle monatliche Rente ergibt.

Informationen zum Thema „Rente“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie hier.

Das Internetangebot der Deutschen Rentenversicherung Bund erreichen Sie hier.

Das Statistische Bundesamt informiert hier über die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.

Zahlen und Fakten zum Thema „Alter“ in allen EU-Mitgliedstaaten finden Sie in der Datenbank „Sozialkompass Europa“.

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