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12.08.2014

Falsche Beratung von Allergikern kostet die EU-Wirtschaft ein Vermögen

Sei es nun Niesen, Husten, Atemnot, Ausschlag oder juckende Haut: Allergien betreffen rund 20 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung in der Europäischen Union. Doch da viele von ihnen falsch beraten werden, kommt es jedes Jahr zu Arbeitsausfällen und wirtschaftlichen Verlusten von mehreren Milliarden Euro.

Das ergab eine gemeinsame Studie der Charité Berlin, der Universität Göteborg (Schweden), der Universität Leuven (Belgien) und der Universität Harvard in Boston (USA). Demnach sind allein in Deutschland mittlerweile 41 Prozent der Bevölkerung von Heuschnupfen und ähnlichen Beschwerden betroffen. Jedoch werden 90 Prozent der Allergiker im EU-Raum laut der Studie gar nicht oder nur unzureichend behandelt. Ein Drittel der Betroffenen behandelt sich lieber selbst mit rezeptfreien Medikamenten. Bei Patienten mit Nesselsucht, also juckendem Hautausschlag, sind es sogar 78 Prozent, die zu nicht verschreibungspflichtigen Arzneien greifen. Aufgrund der Fehleinschätzung durch Ärzte und eine Unterschätzung der eigenen Symptome kommt es demnach zu vermeidbaren Fehlzeiten.

Denn laut der Studie sollten Allergien nicht unterschätzt werden, da Allergiker nur eine um 20 Prozent reduzierte Leistung am Arbeitsplatz erbringen können. Die Kosten aus Arbeitsfehltagen und verminderter Leistungsfähigkeit pro arbeitsfähigen Allergiker werden auf insgesamt 1.373 Euro pro Jahr geschätzt. Wird dies auf alle arbeitsfähigen EU-Bürger mit Allergien hochgerechnet, ergibt sich eine Summe von 54,9 Milliarden Euro. Eine sachgerechte ärztliche Behandlung würde hingegen nur 5 Milliarden Euro kosten. Das wäre eine Ersparnis von 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Quelle: http://media.wiley.com/PressRelease/111166/all12470.pdf

Mehr Informationen zu den Gesundheitssystemen in den 28 EU-Staaten finden Sie im Sozialkompass Europa unter www.sozialkompass.eu beim Thema “Krankheit”.

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