Aktuelles


15.09.2015

Experten sehen Verbesserungsbedarf bei Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit

Mehr Maßnahmen, eine bessere Koordination aller beteiligten Dienste und individuelle Hilfe könnten die Situation von Langzeitarbeitslosen in der EU verbessern. Zu diesem Schluss kamen die unabhängigen Experten des Europäischen Netzwerks für Sozialpolitik (ESPN) in einem Bericht, den die EU-Kommission in Auftrag gegeben hatte.

Momentan seien die Maßnahmen nicht ausreichend, um Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit zu bringen, so die Experten. Die nationalen Systeme der Arbeitslosenhilfe seien einerseits zu komplex und wiesen andererseits Lücken auf. Dadurch würden Langzeitarbeitslose nach der Bezugszeit des Arbeitslosengeldes oftmals keine effektiven sozialen Dienstleistungen, Sozialhilfe oder Aktivierungshilfe erhalten.

Als Lösung schlagen die Experten Maßnahmen wie qualitativ hochwertige, aktive Arbeitsmarktprogramme, effektive Koordination zwischen Arbeitsvermittlung, Sozialhilfe und sozialen Diensten sowie eine individuelle, maßgeschneiderte Herangehensweise vor. In all diese Bereiche müsse mehr investiert und sich mehr bemüht werden. In dieser Hinsicht betonten die Experten, dass es in manchen Ländern und Regionen wie Luxemburg und Schweden bereits gute Unterstützungssysteme gebe, die als „Good-Practice“-Beispiele dienen könnten.

Die Experten fordern die nationalen und kommunalen Behörden dazu auf, Strategien gegen Langzeitarbeitslosigkeit zu entwickeln. Außerdem sollten die sozialen und gesundheitlichen Bedürfnisse der Betroffenen durch individuelle Aktionspläne und Integrationsverträge erfüllt werden. Des Weiteren werden adäquate Einkommenszuschüsse, eine enge Zusammenarbeit zwischen Arbeitsvermittlung und sozialen Diensten sowie Investitionen in Beschäftigung, Training und Unterstützung für Angestellte mit Kundenkontakt empfohlen.

Die EU-Kommission hatte den Bericht beim ESPN im Rahmen des Arbeitsprogramms für das Jahr 2015 angefordert. Das Programm soll Integration und Beschäftigungsfähigkeit in der EU erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll jeder Mitgliedstaat ein Rahmenwerk erhalten, das Betroffenen mehr Unterstützung bieten soll. Dafür erstellte das ESPN Berichte über jedes einzelne Land sowie einen zusammenfassenden Bericht mit den obengenannten Erkenntnissen und Empfehlungen.

Zwischen 2007 und 2015 ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen in der EU von 3, 1 Prozent der aktiven Bevölkerung auf 5,1 Prozent gestiegen. Der Anteil derer, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind, stieg von 1,9 Prozent auf 3,1 Prozent der aktiven Bevölkerung. Im Rahmen der Europa-2020-Strategie muss die EU-Kommission sich nun darauf konzentrieren, diese Zahlen zu senken.

Eine Übersicht über die Leistungen für Arbeitslose in allen Mitgliedstaaten der EU erhalten Sie in der Datenbank “Sozialkompass Europa” in der Rubrik „Arbeitslosigkeit“.

Den Bericht “Integrated support for the long-term unemployed” (Integrative Unterstützung für Langzeitarbeitslose) des ESPN können Sie hier in englischer Sprache herunterladen.

Alle Länderberichte des ESPN finden Sie hier.

Hier erhalten Sie Informationen über das Arbeitsprogramm 2015 der EU-Kommission.

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