Aktuelles


15.12.2015

EU-Kommission schlägt Richtlinie für grenzübergreifende barrierefreie Angebote vor

Geld am Automaten abheben, Bus oder Bahn fahren – was für die meisten Menschen alltäglich und einfach ist, stellt beispielsweise Menschen mit Behinderungen oder ältere Menschen oft vor Herausforderungen. Die Europäische Kommission hat daher eine Richtlinie vorgeschlagen, die sowohl die Qualität als auch das Angebot barrierefreier Produkte und Dienstleistungen in der Europäischen Union (EU) erhöhen soll.

Diese neue EU-weite Richtlinie soll mittels verbesserter Barrierefreiheit die Autonomie und Mobilität von Menschen erleichtern, die aufgrund einer Behinderung, gesundheitlichen Beeinträchtigung oder aufgrund ihres Alters auf einen Zugang ohne Hindernisse angewiesen sind. In einer Befragung wurde festgestellt, in welchen Bereichen es besonders viele Hürden gibt. Bürger, Organisationen der Zivilgesellschaft und Unternehmen nannten hierbei zum Beispiel Bankdienstleistungen, Computer, Telefone, Fernsehgeräte und den elektronischen Handel als besonders schwer zugänglich.

Die vorgeschlagene Richtlinie soll die Anzahl barrierefreier Angebote erhöhen. Außerdem soll sie es Unternehmen durch den Wegfall nationaler Vorschriften leichter machen, diese Produkte und Dienstleistungen überall in der EU anzubieten. Eine “Klausel des gesunden Menschenverstands” soll verhindern, dass kleine Unternehmen durch die neuen Regelungen unverhältnismäßig belastet werden. Die Vergabe öffentlicher Aufträge und die Verwendung der EU-Fonds sollen künftig ebenfalls die Anforderungen der Richtlinie zur Barrierefreiheit erfüllen müssen.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind durch das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verpflichtet, barrierefreie Zugänge zu schaffen. Damit sich die Märkte durch verschiedene Gesetzgebungen nicht immer weiter voneinander entfernen, hat die EU-Kommission nun die neue Richtlinie vorgeschlagen. So können neue Marktchancen für Unternehmen entstehen und die Kosten für barrierefreie Produkte und Dienstleistungen gesenkt werden.

Derzeit haben rund 80 Millionen Menschen in der EU eine Behinderung. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird diese Zahl bis 2020 auf voraussichtlich rund 120 Millionen Menschen ansteigen. Barrierefreiheit ist daher ein wichtiges Thema, damit alle EU-Bürger gleichberechtigt und aktiv am Leben in der Gesellschaft teilhaben können.

Informationen zum Thema „Barrierefreiheit“ in den EU-Staaten finden Sie beispielsweise in der Datenbank “Sozialkompass Europa” unter der Rubrik “Behinderung”.

Informationen zur Barrierefreiheit in Deutschland finden Sie hier.

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