Aktuelles


05.03.2015

EU-Arbeitnehmer nutzen zunehmend ihr Streikrecht

In jedem zehnten Betrieb in der EU haben zwischen 2008 und 2013 die Beschäftigtenihre Arbeit für mindestens einen Tag niedergelegt. Dies stellt Eurofound, die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, in ihrem neuen Bericht „Tarifbeziehungen und Arbeitsbedingungen in Europa im Jahr 2013“ fest. Der Bericht ist unter dem Titel „Industrial Relations and Working Conditions Developments in Europe 2013“ erschienen.

Demnach hat während der Wirtschaftskrise die Anzahl der Arbeitskämpfe nach einer langen ruhigen Phase stark zugenommen. Die Unterschiede zwischen den Staaten waren allerdings beträchtlich: Vor allem in Zypern, Griechenland, Italien und anderen Krisenstaaten gab es viele Streiks. In Deutschland, Spanien und im Vereinigten Königreich sank die Anzahl der Streiktage gegenüber 2012 sogar.

In durchschnittlich 9 Prozent der EU-Betriebe aus dem Privatsektor dauerten die Arbeitsniederlegungen einen Tag oder länger. In 7 Prozent der Betriebe streikten die Arbeitnehmer unter einen Tag lang. Bummelstreiks oder die Verweigerung von Überstunden fanden in 6 Prozent der Betriebe statt.

Nach den Streiks kam es in 44 Prozent der Fälle zu Einigungen, in 35 Prozent der Fälle dagegen nicht. 17 Prozent der Arbeitgeber kamen ihren Beschäftigten größtenteils entgegen; 4 Prozent der Streikenden nahmen ihre Forderungen wieder zurück.

Das Streikrecht ist ein wichtiges Arbeitsrecht in der EU, das in den meisten Staaten gesetzlich festgelegt oder in der Verfassung verankert ist. In Deutschland beruht es auf dem Grundsatz der Koalitionsfreiheit (Artikel 9 Absatz 3 Grundgesetz).

Den Bericht „Industrial Relations and Working Conditions Developments in Europe 2013“ (“Tarifbeziehungen und Arbeitsbedingungen in Europa im Jahr 2013”) können Sie hier in englischer Sprache lesen oder herunterladen.

Informationen zum Streikrecht in den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten finden Sie in der Datenbank Sozialkompass Europa unter der Rubrik „Arbeitsstreitigkeiten“.

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