Aktuelles


12.07.2014

Deutschland führt als 22. EU-Staat gesetzlichen Mindestlohn ein

Der Mindestlohn ist nun auch in Deutschland beschlossene Sache: Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat der Einführung einer Lohnuntergrenze zugestimmt.

Das „Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie“ gewährleistet ab dem 1. Januar 2015 in Deutschland den flächendeckenden Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde. Damit sollen Arbeitnehmer vor Lohndumping geschützt werden.

Deutschland wird damit das 22. Land in der EU, das einen Mindestlohn einführt. Nur Dänemark, Österreich, Italien, Finnland, Schweden und Zypern haben bisher noch keinen Mindestlohn beschlossen.

Der höchste Mindestlohn in Europa wird mit 11,10 Euro derzeit in Luxemburg gezahlt. Weit abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt Rumänien mit 1,14 Euro pro Stunde. Deutschland liegt mit seinem Mindestlohn von 8,50 Euro im europäischen Mittelfeld.

Der Mindestlohn in Deutschland wird für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 18 Jahren gelten. Die einzige Ausnahme sind Langzeitarbeitslose. Um ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, kann in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung vom Mindestlohn abgewichen werden.

Hintergrund der Einführung des Mindestlohns in Deutschland sind Niedrig- und Dumpinglöhne in vielen Branchen. Die neue Lohnuntergrenze soll Arbeitnehmer künftig vor unangemessen niedrigen Löhnen schützen und verhindern, dass sich Arbeitgeber damit einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.

Auch Saisonarbeiter und Zeitungszusteller sollen den Mindestlohn erhalten. Allerdings gelten hier Ausnahmeregelungen, welche die Einführung des Mindestlohns erleichtern sollen. So wird der Mindestlohn bei den Zeitungszustellern stufenweise eingeführt. Sie erhalten erst ab dem 1. Januar 2018 den Mindestlohn ohne Einschränkung Die sozialabgabenfreie Beschäftigung für Saisonarbeiter wird von 50 Tagen auf 70 Tage ausgedehnt. Dies hat aber keinen Einfluss auf die Höhe des Mindestlohns.

Die Mindestlohnkommission aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern wird von 2016 an über künftige Anpassungen der Lohnuntergrenze beschließen.

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