Aktuelles


17.09.2014

Deutsche Arbeitnehmer leisten im Euroraum die meisten Überstunden

37,3 Stunden beträgt im Schnitt die tariflich vereinbarte Wochenarbeitszeit in Deutschland – jedoch verbringen die Deutschen durchschnittlich 40,4 Stunden am Arbeitsplatz. Dies ermittelte die EU-Statistikbehörde Eurostat im Rahmen der Studie „Developments in collectively agreed working time 2013“.

Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit leisteten die deutschen Arbeitnehmer im Jahr 2013 durchschnittlich 47,3 Überstunden. Davon seien jedoch nur 20 Überstunden bezahlt worden. Die meisten Überstunden (27,2) seien dagegen weder mit Geld noch mit Freizeitausgleich vergütet und damit umsonst geleistet worden. Dabei machten nach den Erhebungen des IAB hoch qualifizierte und gut bezahlte Mitarbeiter besonders viele unbezahlte Überstunden.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ sagte EU-Sozialkommissar Laszlo Andor, jedes Land habe seine Eigenheiten bei der Arbeitszeit – so auch Deutschland: In keinem anderen Land im Euroraum sei der Unterschied zwischen tariflich vereinbarter und tatsächlicher Arbeitszeit so groß. „Wichtig ist am Ende, dass das Land wettbewerbsfähig ist und dass die Vorgaben der EU-Arbeitszeitrichtlinie eingehalten werden. Das ist in Deutschland im Allgemeinen der Fall“, so Andor zu der Studie.

Nach Angaben von Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), gehen Überstunden im Trend aber insgesamt zurück, da es immer mehr Arbeitszeitkonten gebe. Anfang der 1990er Jahre seien jährlich noch etwa 20 Überstunden mehr pro Kopf angefallen.

Als Maßnahme gegen Stress im Job durch Überstunden – ebenso wie durch Erreichbarkeit nach Feierabend und zunehmende Arbeitsverdichtung – plant die Bundesregierung weitere Verbesserungen für Arbeitnehmer, damit diese Arbeit und Freizeit beziehungsweise Familie künftig leichter miteinander vereinbaren können. 2015 sollen erste Ergebnisse zu einer sogenannten Anti-Stress-Verordnung vorliegen, die Belastungen für Arbeitnehmer verringern soll.

« Zurück zur Übersichtsseite

Aktuelles zum sozialen Europa

Die Datenbank “Sozialkompass Europa” bietet auf ihrer Website jetzt auch aktuelle News und Informationen zum Thema soziale Sicherung in der EU. Außerdem finden Sie wöchentlich online Neues rund um den Sozialkompass Europa. Diese Infos können Sie mit einem Newsreader lesen oder in Ihr Weblog einbinden.

Aktuelles abonnieren

Wenn Sie das Newsangebot des Sozialkompass Europa regelmäßig lesen möchten, können Sie es im Internet-Nachrichtenformat RSS (Really Simple Syndication) kostenlos erhalten. Klicken Sie dazu auf den unten stehenden Button und folgen Sie den weiteren Hinweisen. Detaillierte Informationen zum RSS-Feed des BMAS und den Nutzungsbedingungen finden Sie hier.

RSS Feed abonnieren RSS Feed abonnieren