Aktuelles


17.08.2015

Besserer Zugang zu Praktika für junge Flüchtlinge

Junge Asylsuchende und Geduldete mit guter Bleibeperspektive können nun leichter eine Ausbildung in Deutschland beginnen oder sich auf ein Studium vorbereiten. Diese Maßnahmen hat das Bundeskabinett beschlossen. Durch Änderungen der Beschäftigungsverordnung werden sie gesetzlich verankert. Ein besserer Zugang zum Arbeitsmarkt soll die gesellschaftliche Integration von Flüchtlingen vereinfachen und verbessern.

Die Bundesagentur für Arbeit muss nun mindestlohnfreien Praktika nicht mehr zustimmen. Dadurch können Asylsuchende leichter eine Arbeitserlaubnis erhalten. Die Neuregelungen umfassen Pflichtpraktika, maximal dreimonatige Praktika zur Orientierung für die Aufnahme einer Berufsausbildung oder eines Studiums, maximal dreimonatige ausbildungs- bzw. studienbegleitende Praktika sowie Einstiegsqualifizierungen oder Maßnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung. So profitieren vor allem junge Flüchtlinge von der neuen Regelung, die eine Ausbildung oder ein Studium in Deutschland beginnen möchten.

Auf diese Maßnahmen sollen weitere folgen. Beispielsweise soll der Aufenthalt von Asylsuchenden für eine Ausbildung geduldet werden; Verlängerungen um jeweils ein Jahr bis zum Ausbildungsabschluss sollen ebenfalls möglich sein. Derzeit können Flüchtlinge, die eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, bereits in Deutschland bleiben und eine Arbeit aufnehmen. Geplant sind des Weiteren ausbildungsbegleitende Hilfen für Geduldete, die Ausbildungsabbrüche verhindern sollen. Außerdem sollen Geduldete bereits nach 15 Monaten Zugang zur Berufsausbildungsbeihilfe und zur Assistierten Ausbildung bekommen. Derzeit ist dies erst nach vier Jahren möglich. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles kündigte auch mehr Förderung für berufsbezogene Deutschkurse und mehr Mittel für die aktive Arbeitsmarktintegration an.

Bereits im vergangenen Jahr wurden einige Erleichterungen beschlossen, die die Aufnahme einer Arbeit für Asylbewerber und Geduldete erleichtern sollen. Dazu zählte unter anderem die Verkürzung der Wartezeit für den Zugang zum Arbeitsmarkt auf einheitlich drei Monate. Vorher war eine Wartezeit von neun Monaten für Asylbewerber und zwölf Monate für Geduldete üblich gewesen.

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