Aktuelles


23.07.2014

Arbeitsmobilität in der EU rückläufig

Die Arbeitsmobilität in der Europäischen Union ist aufgrund der Wirtschaftskrise in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen.

Wie aus einer Studie der EU-Kommission (“Mobility in Europe 2013”) in Brüssel hervorgeht, verringerte sich die Arbeitsmobilität im Zeitraum von 2009 bis 2013 im Vergleich zu den davorliegenden vier Jahren insgesamt um 16 Prozent.

Nach Angaben von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, betrifft der Rückgang besonders Länder wie Portugal (- 51 Prozent), Spanien (- 49 Prozent), Irland (- 34 Prozent) oder Italien (- 34 Prozent).

Deutschland ist danach trotz der rückläufigen Mobilitätszahlen ein beliebtes Ziel für Migranten geblieben. So stieg die Zahl der Zuwanderer in Deutschland zwischen 2008 und 2012 um 71 Prozent an. Davon kamen insgesamt 50 Prozent aus den EU-Mitgliedstaaten. Auch Österreich ist nach wie vor ein bevorzugtes Ziel von Migranten. Dabei sind ähnlich wie im Falle Deutschlands über die Hälfte EU-Bürger.

Viele der Zuwanderer aus den zwölf zuletzt hinzugekommenen EU-Staaten gaben bei Meinungsumfragen an, dass sie sich einen höheren Lohn, bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere soziale Absicherung erhofften. Demgegenüber erwarten Arbeitsmigranten aus den 15 EU-Gründungsstaaten bessere Fortbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Insbesondere Migranten aus Spanien, Italien und Portugal nannten als Grund für den Ortswechsel, es sei für sie nicht möglich, einen Job im eigenen Land zu finden (42 Prozent).

Von den rund 10,3 Millionen Einwohnern der EU, die 2013 in einem anderen als ihrem Heimatland lebten, waren anteilmäßig mehr in Beschäftigung als unter den Ortsansässigen. Sie waren im Durchschnitt auch jünger als die ansässige Bevölkerung. Dabei fällt laut der EU-Studie auf, dass der Anteil der 15- bis 29jährigen während der Krise spürbar gesunken ist. Das liege unter anderem daran, dass es besonders für jüngere EU-Bürger schwierig sei, ihr Recht auf Freizügigkeit zu nutzen.

Ein wesentlicher Faktor in den Mobilitätszahlen der vergangenen Jahre ist nach den Erhebungen die sogenannte Rückmigration. Etwa jeder vierte Zuwanderer in ein EU-Land war im Jahr 2012 ein Rückkehrer. In Österreich machte diese Gruppe knapp 10 Prozent der Einwanderer aus, in Deutschland etwa 15 Prozent. Auch bei der Zuwanderung nach Litauen (+ 113 Prozent), Rumänien (+ 20 Prozent) und nach Polen (+ 15 Prozent) ist die Entwicklung teilweise auf die steigende Zahl von Rückkehrern aus dem Ausland zurückzuführen.

Um die Suche nach einem Arbeitsplatz zu erleichtern, hat die EU-Kommission das Jobportal EURES im Internet eingerichtet. Nach offiziellen Angaben registrieren sich derzeit immer mehr Menschen aus den südlichen Staaten Europas online, um im europäischen Ausland einen Job zu finden. Zwischen Juni 2013 und Januar 2014 verzeichnete EURES einen deutlichen Anstieg der registrierten Nutzer aus Griechenland (+ 394 Prozent), Spanien (+ 295 Prozent) und Italien (+ 196 Prozent).

Ausführlichere Informationen in der Studie “Mobility in Europe 2013” und zu aktuellen Trends bei der Arbeitsmobilität finden sie im Internet.

Einen Überblick über die sozialen Sicherungssysteme in den 28 EU-Mitgliedstaaten bietet die Datenbank „Sozialkompass Europa“ und die dazugehörige Begleitpublikation auf Deutsch und auf Englisch.

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