Aktuelles


25.09.2015

Arbeitnehmerfreizügigkeit stellt Gemeinden vor Herausforderungen

Die regionale Wirtschaft in den EU-Mitgliedstaaten kann von zugewanderten Arbeitnehmern profitieren. Zugleich ist dies aber auch mit verschiedenen Problemen und Herausforderungen verbunden. Zu diesem Schluss kommen Berichte zur Lage in den vier EU-Städten Frankfurt am Main, Leeds, Mailand und Rotterdam sowie ein Gesamtbericht.

Die EU-Kommission hatte die Berichte für die Jahre 2014/2015 in Auftrag gegeben, um zu erfahren, welche Auswirkungen die Arbeitnehmerfreizügigkeit von EU-Arbeitnehmern auf regionaler Ebene hat. Die Analysen zeigen, dass die Arbeitnehmerfreizügigkeit sowohl Möglichkeiten als auch Herausforderungen mit sich bringt. Dies betrifft die Integration in den regionalen Arbeitsmarkt, aber auch die Auswirkungen auf die ortsansässigen Arbeitnehmer und die Gesellschaft. Außerdem wurden die Maßnahmen analysiert, die die sozio-ökonomische Inklusion der mobilen Arbeitskräfte und ihrer Familien ermöglichen sollten.

Die Berichte zeigen, dass die mobilen Arbeitskräfte sehr unterschiedlich qualifiziert sind. Sowohl hochqualifizierte Professionelle als auch geringqualifizierte Zeitarbeiter verlassen ihre Heimat, um in einem anderen EU-Land zu arbeiten. Letztere laufen Gefahr, ausgenutzt zu werden. Dies kann sich negativ auf die regionalen Löhne und Arbeitsbedingungen auswirken.

Positiv vermerkt wurden die Auswirkungen des Unternehmergeists der Zugewanderten sowie die guten Auswirkungen auf die Regionalwirtschaft. In Rotterdam wirkte dies sogar den negativen Effekten durch die immer älter werdende Bevölkerung entgegen.

Durch den Kauf von Produkten und Dienstleistungen konnte die lokale Wirtschaft insbesondere in Leeds und Rotterdam von den mobilen Arbeitskräften profitieren. Außerdem verbesserten einige Dienstleister ihre Informationspolitik: Da die Arbeitnehmer mit bestimmten Informationen versorgt werden müssen, benötigen sie diese auch in ihrer Sprache. Besonders in Frankfurt wurden viele neue Materialien bereitgestellt sowie behördliche Abläufe vereinfacht. In Mailand verbesserte sich die Vernetzung der öffentlichen Institutionen.

Da sehr viele Arbeitnehmer gleichzeitig in die vier Städte kamen, wurde bezahlbarer Wohnraum knapp. Manche lokale Dienste sahen sich wegen der Sparpolitik großen Herausforderungen gegenüber. Dies betraf z. B. Schulen oder aber Krankenhäuser, die nun auch Menschen ohne Krankenversicherung versorgen mussten.

Angesichts dieser Herausforderungen empfiehlt der Gesamtbericht, ein ausgewogenes und ganzheitliches Vorgehen einzuführen, um sich auf die Arbeitsmigranten einzustellen. Die örtlichen Behörden müssten ihr Wissen über die Zuwanderer erweitern und unterschiedliche Maßnahmen anbieten, die die Qualifikation der Arbeitnehmer berücksichtigten. Auch sollte es den Zuwanderern leichter gemacht werden, ihre Qualifikationen anerkennen zu lassen. Außerdem müsse der Ausbeutung geringqualifizierter Arbeitnehmer entgegengewirkt werden.

Den gesamten Bericht in englischer Sprache finden Sie hier.

Informationen über das Arbeiten in einem anderen EU-Mitgliedstaat finden Sie hier.

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